Azarro

Wo Argentinus draufsteht, ist auch Argentinus drin - Hengste, deren Nachkommen ohne einen Blick auf das Papier ihren Vater erkennen lassen, gibt es nicht viele. Der Klein Roschardener Hauptbeschäler gehört ohne Zweifel dazu. Bereits aus seinem ersten Fohlenjahrgang stammt der gekörte Hengst Azarro, der von 1987 bis '92 in Australien auf dem Gestüt von Heinrichs Bruder Ulrich Klatte wirkte. Dort war der Fuchs auf dem Dressurviereck bis St. Georg erfolgreich und hinterließ eine Reihe erfolgreicher Nachkommen. Zurück in Deutschland erwarb ihn der Mecklenburger Springreiter Holger Wulschner und stellte Azarro als Premierenhengst auf seiner neu gegründeten Station auf. "Ein Pferd mit unbegrenzten Möglichkeiten, viel Vermögen und großer Vorsicht", beschreibt Wulschner den Hengst, der mit ihm fortan unter dem Springsattel erfolgreich startete. 1995 wurde das Paar achter auf den Deutschen Meisterschaften, gewann mehrere S-Springen, stand auch in Mächtigkeitsspringen ganz vorne und platzierte sich 1996 auf dem größtem Turnier der Welt, dem CHIO Aachen.

Nach seiner internationalen Parcours-Karriere wurde wieder umgesattelt und Azarro sammelte unter Wulschners Frau Iris Schleifen im Dressurviereck. Ein Beweis der Doppelvererbung seines Vaters Argentinus. Azarro selbst spielt auch als Vererber eine gehörige Rolle: Sein Sohn Astello wurde 1997 Körsieger von Mecklenburg und startete ein Jahr später in der Konkurrenz um das Bundeschampionat der Reitpferde. Mehrere Azarro-Nachkommen sind bereits S-platziert, darunter die nach ihren Auftritten im Bundeschampionat-Finale der sechsjährigen Springpferde nach Kanada verkaufte Stute Amber. Über 30.000 Euro beträgt die Lebensgewinnsumme der Azarro-Nachkommen, der Hengst selbst kann auf nahezu dieselbe Summe blicken.